Susan Schmelting

 

 

Wie müssen Sie sich die Gestaltung des fachdidaktischen Seminars Gesundheitswissenschaften bei mir vorstellen?

Im fachdidaktischen Seminar Gesundheitswissenschaften möchte ich Sie als Lehrkräfte im Vorbereitungsdienst anregen, Ihre Erfahrungen aus der eigenen Schulzeit und Ihre aktuellen Erfahrungen in der Institution Schule theoretisch fundiert zu reflektieren und zu evaluieren mit dem Ziel, dass Sie tragfähige Konzepte für Ihr zukünftiges professionelles Lehrerhandeln entwickeln.

Hierbei helfen Ihnen Lernprozesse, die Theorie und Empirie in konkreten Anwendungssituationen und unter konkreten fachdidaktischen Fragestellungen verknüpfen. Die hierbei gewonnenen Erkenntnisse verankern Sie so in den eigenen kognitiven Strukturen, damit sie Ihnen im Kontext des professionellen Handelns flexibel zur Verfügung stehen.

Ausgangspunkte eines jeden Lernprozesses im fachdidaktischen Seminar sind komplexe problemhaltige Ausgangssituationen, die Ihrer beruflichen Praxis entlehnt sind. Hierdurch soll Ihnen der eigene Nutzen der Lösung bewusst gemacht werden. Sie erhalten stets die Gelegenheit, die Ihnen vorliegende problemhaltige Ausgangssituation zu analysieren und die ihr immanenten Teilprobleme zu identifizieren, welche anschließend eine Lösungsfindung erfahren. Diese Lösungsfindung geschieht unter Einbezug des individuellen Vorwissens materialgestützt und im Sinne des kollaborativen Lernens in Zusammenarbeit mit den Seminarkolleg*innen, deren Wissen und unterstützt durch mich, so dass Sie die Gelegenheit haben, Ihre individuellen Wissensstrukturen zu ergänzen, zu erweitern, zu modifizieren oder auch neue Wissensstrukturen anzulegen.

Unter konsequenter Berücksichtigung, dass Lernen ein aktiver und konstruktiver Prozess ist, welcher sich auf die Teilhabe des individuellen Lerners an dem in der sozialen Lerngruppe distribuierten und geteilten Wissen richtet, finden die Seminarsitzungen methodisch am kooperativen Lernen ausgerichtet statt. Ihre Lösungen sind stets Ausgangspunkt für Plenumsphasen, in welchen Sie die Gelegenheit erhalten, diese zu veräußern und im Hinblick auf ihre Tragfähigkeit zu diskutieren, zu reflektieren und zu evaluieren mit dem Ziel, den Nutzen der Erkenntnisse für Ihren persönlichen Professionalisierungsprozess bewusst zu verinnerlichen. Hierdurch erhalten Sie stets die Gelegenheit zur Entwicklung von Handlungsstrategien für Ihr professionelles Lehrerhandeln mit dem Ziel, diese in ähnlichen Kontexten anwenden zu können. Oberstes Ziel ist stets, dass das Wissen nicht „träge“ bleibt.

 

Lernfelder und Lernsituationen

Das seminardidaktische Konzept des fachdidaktischen Seminars Gesundheitswissenschaften in der Ausbildungsregion Hannover ist der Erreichung des oben Formulierten dienlich, da sich die Lernsituationen an verschiedenen Schulformen des Berufsfeldes Gesundheit orientieren. Die Lernsituationen, erstellt auf der Grundlage des landesweit abgestimmten Seminarcurriculums, sind nachfolgend dargestellt:

 

Lernfeld 2 – Unterricht planen

LS 1: Einen Unterricht für eine Klasse der Berufsfachschule -Ergotherapie- unter Nutzung der methodischen Vorgehensweise des Problemorientierten bzw. Problembasierten Lernens planen, den Ansatz der Gesundheitsförderung integrieren und Konzepte von Prävention bei der Planung des Unterrichts berücksichtigen

LS 2.1: Den Hintergrund und das Grundprinzip des Lernfeldkonzeptes sowie die Bedeutung des Lernfeldkonzeptes für die berufliche Bildung junger Menschen eruieren

LS 2.2: Ein Lernfeld exemplarisch in Lernsituationen sequenzieren am Beispiel des Lernfeldes 4 „Bei Erkrankungen des Bewegungsapparates assistieren“ des Ausbildungsberufes Medizinische*r Fachangestellte*r

LS 3.1: Eine Makrosequenz exemplarisch unter Berücksichtigung des Konzepts der Handlungsorientierung entwickeln am Beispiel des Lernfeldes 4 „Bei Erkrankungen des Bewegungsapparates assistieren“ des Ausbildungsberufes Medizinische*r Fachangestellte*r

LS 3.2 (ggf. Erweiterung): Die Artikulation des Unterrichts nach der Fallmethode gedanklich nachvollziehen und Möglichkeiten der Umsetzung mit Blick auf die verschiedenen Arten von Fällen eruieren

LS 3.3: Einen Unterricht für eine ausgewählte Lerngruppe am Beispiel Gruppenpuzzle zum Thema Diabetes mellitus Typ 2 planen, ‚durchführen‘ und evaluieren unter besonderer Berücksichtigung der lernpsychologischen und didaktischen Funktionen der Methode, der Strukturierung der Lernprozesse mittels Gruppenpuzzle inklusive der Formulierung von Lernzielen sowie des Erstellens didaktischen Materials für die Durchführung des Gruppenpuzzles

LS 3.4 (ggf. Vertiefung/Konsolidierung): Generieren von Lernzielen und didaktische Reduzierung

Lernfeld 3 – Unterricht durchführen

LS 1.1: Unterrichtseinstiege durchführen und evaluieren am Beispiel einer lerngebietsübergreifenden Ausgangssituation des Lerngebietes 11.1 „Die Komplexität des menschliches Organismus erfassen“ des Beruflichen Gymnasiums -Gesundheit und Soziales-, Schwerpunkt Gesundheit-Pflege sowie Konzeption problemhaltiger Ausgangssituationen unter adäquater Einbindung der curricularen Vorgaben und konkrete Umsetzung derselben im unterrichtlichen Kontext anhand von Verlaufsplanungen (RRL BG, 2006)

LS 1.2 (ggf. Erweiterung): Sequenzierung des Lerngebietes 12.1 „Gesundheitsfördernde und präventive Maßnahmen“ der Rahmenrichtlinien für die Fachoberschule -Gesundheit und Soziales-, Schwerpunkt Gesundheit-Pflege in zwei Lernsituationen sowie Generieren von lernwirksamen Unterrichtseinstiegen in diesem Zusammenhang (RRL FOS, 2015)

LS 2: Projektmethode und Projektmanagementmethode vergleichend gegenüberstellen mit dem Ziel, das Lerngebiet „Projekte durchführen“ der Rahmenrichtlinien des Beruflichen Gymnasiums für das Fach Praxis unterrichtlich umzusetzen sowie dieses Wissen für schulische Projekte im Rahmen der Qualitätsentwicklungsprozesse gewinnbringend zu nutzen (RRL BG, 2009)

LS 3.1: Informationstexte unter anderem unter Berücksichtigung kognitionspsychologischer Vorgänge beim Lernen mit Texten lernwirksam gestalten und unterrichtlich einsetzen

LF 3-LS 3.2: Den lernpsychologisch und didaktisch tragfähigen Einsatz von Modellen planen, ‚durchführen‘ und evaluieren

LF 3-LS 3.3: Filme/Erklärvideos nach didaktischen und lernpsychologischen Kriterien für den Unterricht auswählen und lernwirksam einsetzen

LS 3.4: (digitale) Arbeitsblätter inklusive der Arbeitsaufträge sowie (digitaler) Tafelbilder unter Berücksichtigung lernpsychologisch und didaktisch tragfähiger Gestaltung derselben planen und evaluieren

LS 4 (auf Basis realer Unterrichtsbeispiele): Die Verinnerlichung von Lerninhalten und die Veräußerung von Lernergebnissen unter lernpsychologischen und didaktischen Gesichtspunkten lernwirksam initiieren und den Lernzuwachs evaluieren lassen, z. B. eine Unterrichtsstunde mit dem Schwerpunkt „Erste Harndiagnoseverfahren bei Verdacht auf einen Harnwegsinfekt - welche Arbeitsschritte müssen wir beachten und wie deuten wir die Ergebnisse?“ aus dem LF 8 „Patienten bei diagnostischen und therapeutischen Maßnahmen der Erkrankungen des Urogenitalsystems begleiten“ (RLP MFA, 2005)

Lernfeld 4 - Unterricht theoriegeleitet beobachten, reflektieren und evaluieren

LS 4 (auf Basis realer Unterrichtsbeispiele): Didaktisch-methodische Entscheidungen im Hinblick auf die Wirksamkeit evaluieren, z. B. eine Unterrichtsstunde zum Thema „Die Angriffspunkte der Lokalanästhesien im Kontext der Physiologie des Nervensystems begründen“ aus dem LF 5 „Endodontische Behandlungen begleiten“ (RLP ZFA, 2001) - Schwerpunkte sind: Analyse der Komplexität der Thematik, Auswahl- und Reduktionsentscheidungen, Lernziele/Kompetenzen, Unterrichtsmaterial unter besonderer Berücksichtigung der Bedeutung der Vernetzung dieser Planungselemente

Lernfeld 6 - Lernerfolg überprüfen und bewerten

LS 1: Schriftliche, mündliche und/oder praktische Leistungskontrollen mit handlungsorientierter Struktur unter Berücksichtigung der gültigen Rechtsnormen planen und evaluieren sowie Kompetenzraster unter besonderer Berücksichtigung der Fachkompetenz einsetzen

LS 2: Noten geben - kein Problem?!

Lernfeld 8 - Die Lernausgangslage diagnostizieren und Schülerinnen und Schüler individuell fördern

LS 1: Gewinnbringend mit der Heterogenität im Unterricht umgehen unter besonderer Berücksichtigung des individuellen Lernens und kooperativen Arbeitens - Konsequenzen für die lernwirksame didaktisch-methodische Unterrichtsgestaltung unter Nutzung neurowissenschaftlicher Erkenntnisse

 

Unsere Seminargruppe setzt sich in aller Regel aus Teilnehmer*innen dreier Einstellungstermine zusammen, so dass die Reihenfolge der Lernsituationen variiert.

 

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